Ein Prozess um die Freiheit !

Heute am 12. Sept. 17 plädierte das Gericht von Bar le Duc dafür, JP Simon, Landwirt in Cirfontaines, zu verurteilen, weil er im Juni/Juli 2016 landwirtschaftliche Geräte Leuten zur Verfügung gestellt hat, die den Wald Lejuc bei Bure besetzt haben. Dort hat die Andra illegale Arbeiten [Wald abholzen, AdÜ] ausgeführt als Vorbereitung für den Bau des Atommüll-Tielfeinlagerungsprojekts [Endlager] Cigéo.
Die Urteilsverkündung wurde auf den 24. Okt. 2017 festgelegt

Leere Strafakte und schwere Vorwürfe
Für JP Simons Anwalt ist an den Strafvorwürfen nichts dran. Zum Tatzeitpunkt war die Andra nicht Eigentümer des Waldes (Entscheidung vom 28.2.17, s. Link oben). Andra, die keinen Schaden erlitten hat und keinen Schadensersatz fordert, scheint JP Simon zum „Sündenbock“ machen zu wollen für die ganze Opposition gegen das Projekt Cigéo, die seit 2 Jahren von tausenden von Menschen aus allen Himmelsrichtungen getragen wird.

Zur Erinnerung: er hat hunderten von Menschen, die im Wald Lejuc mobilisiert waren, lediglich seinen [Traktor mit] Anhänger und eine logistische Hilfe zur Verfügung gestellt. Zum 1. Mal wirft man in Frankreich einem Bauern vor, dass er einen Traktor für eine Demo ausgeliehen hat! Das Prinzip der gegenseitigen Hilfe und das Ausleihen von Geräten sind in der Landwirtschaft absolut üblich, notwendig und unabdingbar.
Die Folgen der langen Wartezeit sind schwerwiegend. JP Simon ist schon schwer benachteiligt worden dadurch, dass sein Traktor [seit Juli 2016] beschlagnahmt ist. Was nicht nur wirtschaftliche Folgen hat, sondern auch beunruhigende Auswirkungen auf seine körperliche und seelische Gesundheit.

 Sind wir auf dem Weg zu einer Kriminalisierung des Widerstands gg. Cigéo?
Warum haben sie 15 Monate gewartet, bevor sie ihm seine Arbeitsgeräte wieder freigegeben haben, wenn der Staatsanwalt heute beantragt, dass das Material zurückgegeben werden muß? Die beantragte schwere Strafe von 3 Monaten [Gefängnis] auf Bewährung ist übrigens nicht gerechtfertigt.
Der Staatsanwalt sagte einen überraschenden bzw. gefährlichen Satz: „Sie sind schuldig [verantwortlich] für die Wahl ihrer  Weggefährten“.
Dieser Prozess nimmt ganz klar eine politische Wendung:
wird man jetzt den ganzen Widerstand gegen das Projekt Cigeo kriminalisieren wollen?
Versucht man, die Projekt-GegnerInnen von einem Teil der Bevölkerung zu isolieren?

Die Widerstandsgruppen gegen das Projekt Cigeo verurteilen in aller Solidarität mit JP Simon und der Conféderation Paysanne die Eskalation der repressiven Mittel gegen ALLE BewohnerInnen dieses Landes, die das Recht haben, ihren Widerstand gegen ein Industrieprojekt mit immensen Risiken, die bereits erwiesen und anerkannt sind, auszuüben.
Bauern aus Notre Dame des Landes sind heute nach Bar le Duc gekommen, um Unterstützung und den Zusammenhalt der politischen Kämpfe zu bezeugen. Um 14 h startet ein Demozug, um die Demo gegen das Arbeitsgesetz zu unterstützen.
(Siehe den Aufruf einiger BewohnerInnen von Bure und Umgebung )

Die Gruppen erinnern an ihre 3-malige Bitte, den Umweltminister Nicolas Hulot treffen zu dürfen, die bis heute unbeantwortet blieb.

Quelle:  Ein Prozess um die Freiheit !
Communiqué de Presse – Mardi 12 septembre 2017
Coordination BURESTOP (Burestop55 / Bure Zone Libre + Habitants Vigilants + MNE + Fédération Mirabel Lorraine Environnement),
Eodra, Cedra 52 et Réseau Sortir du nucléaire