Kampagne gegen Atomtransporte solidarisch mit Bure

Solidarität der Kampagne gegen Atomtransporte mit Bure

Anlässlich eines Vernetzungstreffens in Münster am 21. und 22. Oktober 2017 bekräftigten Aktivist*innen der bundesweiten Kampagne gegen Urantransporte ihre Solidarität mit dem Widerstand gegen das geplante Atomklo in Bure (Lothringen). Die Aktivist*innen unterhalten zahlreiche Kontakte mit dem dortigen Widerstand und haben in der Vergangenheit die Vernetzungstreffen zwischen französischen und deutschen Aktivist*innen im Haus des Widerstandes BZL immer sehr geschätzt. Um so empört zeigten sie sich über die schreckliche Polizeigewalt, die Robin und andere Aktivist*innen im Sommer bei einer Demonstration gegen das Atomklo erleben mussten. Mit Hausdurchsuchungen im Haus der Widerstandes, La Gare und weiteren Orten des Widerstandes Ende September zeigte der Atomstaat weiter seine Zähne.

Der Widerstand in Bure ist aber nicht alleine. Überall solidarisieren sich Menschen mit den Aktivist*innen vor Ort.

Das Soli-Bild der Kampagne gegen Urantransporte wurde am 23. Oktober aufgenommen. An jenem Tag kamen die in den letzten Wochen überall in Frankreich gegründeten Bure Unterstützungskomitees zusammen, um über die Vernetzung des Widerstandes und dezentrale Aktionen zu reden. Im besetzten Wald „Bois Lejuc“ wurde eine Widerstandshüte mit Botschaften von Menschen aus ganz Frankreich und aus aller Welt errichtet. Aktivist*innen aus Deutschland, die auf dem Laufenden über den Widerstand und das Atomkloprojekt in Bure gehalten werden und (dezentrale) Soliaktionen durchführen wollen, tauschen sich über eine Mailingliste aus. Mehr Infos gibt es hier.

Der Kampf gegen das Atommülllager in Bure ist eng mit dem Kampf gegen die Versorgungstransporte der Atomindustrie verbunden. Atomkraft ist wie ein Flugzeug ohne Landebahn. Die Aktivist*innen der Kampagne gegen Urantransporte wollen Atommüll verhindern, bevor er entsteht – und nach Bure, Gorleben oder anderswo sinnlos gekarrt wird. Darum leisten sie unermüdlich Öffentlichkeitsarbeit und blockieren auch mal Uranfabriken oder Urantransporte. Die Teilnehmer*innen des Vernetzungstreffens in Münster begrüßten die 17-stündige Blockade eines Urantransportes auf seinem Weg zur Urananreicherungsanlage Gronau Anfang Oktober. Viele dieser Versorgungstransporte der Atomindustrie fahren von Hamburg nach Frankreich durch Lothringen nahe Bure… Das Uran wird in Uranfabriken in mehreren Schritten für den Einsatz im Atomreaktor vorbereitet. Ein Teil wird nach Anreicherung in Lingen (AREVA Fabrik) zu Brennelementen gefertigt. Von Lingen aus wird unter anderem das neue noch nicht in Betrieb genommene AKW im Finnischen Olkiluoto versorgt. Internationaler Widerstand gegen die Atomindustrie ist wichtiger denn je.  In diesem Sinne: Wir sehen und auf der Demonstration in Bonn am 11. November. Unter dem Motto „Don’t nuke the climate“ gehen wir auf die Straße.

Gut unterrichtete Kreise berichten außerdem über einen Uranzug, der am abend des 2. November 2017 das Süd-West-Terminal der Atom-Umschlag-Firma C. Steinweg verlassen hat und sich nun auf dem Weg nach Narbonne in Süd-Frankreich befindet. Der mit Uranerzkonzentrat (Yellow Cake) beladene Zug wird am Samstag – noch vor der Klimademo – durch Bonn und ein paar Stunden später an Bure (Woippy) vorbei fahren  (Fahrplan) – oder er wird zuvor durch Aktivist*innen gestoppt! Wer weiß!?