Bure ruft – Solikundgebung in Lüchow

Bure ruft
Hausdurchsuchungen und Verhaftungen

Nach der großen und vielfältigen, internationalen Anti-Atom-Demo in Bar-Le-Duc am vergangenen Samstag hat die Polizei die Abreise aller angereisten Unterstützer*innen abgewartet, um erneut zuzuschlagen. Seit Mittwoch früh gab es Hausdurchsuchungen an mindestens 10 Orten in der Region rund um die französische Endlagerbaustelle in Bure. Unter einem großen Polizeiaufgebot wurden Häuser und Höfe besetzt, viele Gegenstände beschlagnahmt und mindestens 8 Personen in Gewahrsam, beziehungsweise vorübergehend festgenommen. Auch der Anwalt der Bewegung wurde in Paris verhaftet und seine Kanzlei durchsucht. Begründungen hierfür wurden teilweise nicht genannt. In einigen Fällen wurden Aktionen aus dem Jahr 2017, das Konstrukt einer kriminellen Vereinigung, sowie auch die Teilnahme an den G20-Protesten in Hamburg genannt.
Dies war nicht das erste Mal, dass die Menschen von solcher Repression betroffen sind. Mindestens seit der Räumung und Zerstörung des Hüttendorfes im Wald Bois Lejuc auf der Endlagerbaustelle im Februar 2018 erhöht sich der Druck auf die Menschen vor Ort. Abstruse Verfahren, hohe Haftstrafen für Bagatellen, Kontrollen und Besatzung durch Polizist*innen gehören zum Alltag.
Dabei ist es ANDRA (Betreiberfirma des Endlagerprojekts) selbst, von der unzählige kriminelle Machenschaften ausgehen: Korruption, Einschüchterung, Bedrohung, Betrug, Vorspiegelung falscher Tatsachen und letztlich Umweltzerstörung unabsehbaren Ausmaßes.

Einige Menschen waren am vergangene Samstag in Bar-Le-Duc, um den französischen Widerstand zu unterstützen. Die Region lässt sich als „militarisiert“ bezeichnen: Kontrollen, Überwachungsdrohnen, die Besetzung der Dörfer und Wälder durch Polizist*innen schränken die Bewegungsfreiheit enorm ein. Dies richtet sich aber nicht nur direkt gegen den Anti-Atom-Widerstand, sondern vielmehr auch gegen die Menschen selbst. Viele, vor allem junge Menschen ziehen in die Region, gründen Hausprojekte, landwirtschaftliche Projekte und selbstorganisierte Betriebe. Dies wird als ein untrennbarer Teil des politischen Lebens und für die Entwicklung langfristigen Widerstands in der Region gesehen.
Vieles erinnert an das Wendland der 80er Jahre. Es geht um solche Strukturen, die hier vor Ort bereits seit vielen Jahren existieren und die noch immer die Grundlage oder ein wichtiger Teil unseres Lebens sind. Ein Leben, auf dem wir uns vielleicht manchmal zu oft ausruhen.
Eben die Entstehung dieser Strukturen in Bure sind nun von Zerstörung betroffen. Bure ruft. Bure braucht unsere Solidarität. So wie es auch hier viele Jahrzehnte der Fall war. Wir sollten dies zum Anlass nehmen, um spontan zusammen zu kommen.

Deshalb laden wir zu einer Versammlung und Demonstration in Lüchow ein.
Kommt zahlreich!

Gorleben – Bure – der selbe Kampf!
Gegen Atom und seine Welt!
Solidarität und Freiheit für alle von Repression betroffenen in Bure!

Samstag, 23.06.2018, 11 Uhr, Marktplatz Lüchow