Monatliches Archiv: September 2018

Stippvisite in Bure – ein Dorf am atomaren Abgrund

Quelle: https://www.robinwood.de/blog/stipvisite-bure-ein-dorf-am-atomaren-abgrund

Wir sind mit dem Bulli unterwegs in die Bretagne. Endlich der Hitze entfliehen, ins Meer springen und die Seele baumeln lassen, das ist der Plan. Wir studieren Straßenkarten und fragen uns, wie weit eigentlich der kleine Ort Bure von unserer Route entfernt liegt, von dem wir schon so lange gelesen und gehört haben, ohne jemals dort gewesen zu sein. Jenes Bure, das der französische Staat lange als Forschungsendlager bezeichnete (ähnlich wie die Asse in den frühen 70er Jahren) und dann im Dezember letzten Jahres in einem Ad-Hoc-Verfahren zum Endlager für den gesamten, ewig strahlenden Atommüll Frankreichs erklärte. Wie Gorleben liegt auch Bure in einer dünnbesiedelten Region. Und auch hier gab es von Anfang an erhebliche Zweifel am geplanten Sicherheitskonzept. 25 Kilometer Umweg. Damit ist es entschieden. Wir fahren vorbei, verschaffen uns endlich einen eigenen Eindruck von der Situation vor Ort! (mehr …)

Neue Daten aus dem Hack bei Ingerop.

Quelle: https://de.indymedia.org/node/24069

Anfang Juni startet eine Kampagne namens les monstres de CIGEO mit dem Ziel, die am Projekt beteiligten Firmen und Subunternehmen stärker ins Auge zu fassen und politisch unter Druck zu setzen. Auf der Homepage “lesmonstresdecigeo.noblogs.org” werden umfassende Listen entsprechender Niederlassungen Weltweit veröffentlicht. Dass es sich hier um mehr als fleißige  Recherchearbeit und die Auswertung öffentlich zugänglicher Dokumente handelt, wird schnell deutlich, nachdem auch Namen und persönliche Daten von 1700 leitenden Mitarbeitern des Ingeneurkonzerns ingerop online gestellt werden. In einer privaten email an die Betroffenen werden diese über deren outing informiert und darauf hingewiesen, dass sie mit ihrer Arbeit eine auch persönliche Verantwortung an dem Projekt tragen.

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Tarnac, Bure: Kafkaeske Repression

Die „Affaire tarnac“ und das Gespenst der „kriminellen Vereinigung“ in Frankreich

Widerstand gegen Großprojekte ist den Herrschenden ein Dorn im Auge. Die Konstruktion von „kriminellen Vereinigungen“ als Mittel der Kriminalisierung von politischem Engagement ist envogue – selbst wenn der Staat sich durch Fälschungen und Lügen blamiert. Wie es sowohl die „Affaire tarnac“ als auch die aktuelle Repressionswelle gegen Gegner*innen von Cigéo, dem geplanten Atomklo im französischen Bure, zeigen. Die Parallelen zwischen beiden Affären sind frappierend, die Willkür und Methoden des scheindemokratischen Staats schockierend.

Der Artikel ist in der Zeitschrift GWR September 2018/431 erschienen. Die Autorin stellt ihn in zwei Teilen online zur Verfügung

Teil I: Die Affäre Tarnac

November 2008: 150 schwerbewaffneten Polizeibeamte einer Anti-Terroreinheit stürmen einen selbstverwalteten Laden in einem kleinen französischen Dorf Namens Tarnac. „Die Ultralinke entgleist“ titelt die linksliberale Zeitung „Libération“. Die „Gruppe Tarnac“, eine terroristische Vereinigung, soll unter anderem Anschläge auf Hochgeschwindigkeitsstrecken der SNCF anlässlich eines CASTOR-Transportes nach Gorleben verübt haben.

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Teil II Bure, die neue „affaire Tarnac“

Der Staat wartete die Abreise der 3.000 Menschen ab, die am 16. Juli 2018 in Bar-Le-Duc gegen das geplante Atomklo in Bure demonstrierten, um erneut zuzuschlagen. Die Demo war bunt und kreativ, sie brachte den Aktiven vor Ort den nach der Räumung der Waldbesetzung im Februar 2018 erforderlichen Motivationsschub für den weiteren Widerstand. Zahlreiche Eulenmasken und Symbol des Widerstandes wurden getragen.

Vier Tage nach der erfolgreichen Demo wurden elf Orte im Zusammenhang mit dem Kampf gegen das atomare Endlager in Bure durchsucht und acht Menschen vorübergehend festgenommen.

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