Allgemein

Aufruf zur Gründung dezentraler Unterstützungskomitees für Bure

Grüßt Euch alle

Live aus Bure,  wo am 20. September eine Durchsuchungsaktion von großem Ausmaß stattgefunden hat. Die Polizist*innen haben vor allem das gesamte Büro vom „Haus des Widerstands“ mitgenommen, inklusive Kopierer (glücklicherweise haben sie unsere Katze Minette nicht angerührt, die sich gern gemütlich versteckt). Und Material. Usw. Usw.
Eingeschlagene Fensterscheiben, eingetretene Türen, ein wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte  verhafteter Kamerad, eingeschüchterte Bewohner*innen, Durchlass-Kontrollen, von Bure weit entfernte private Wohnungen wurden durchsucht, dabei stellte die Polizei Fragen über das Familienleben der jeweiligen Person usw.

Kurz zusammengefasst, das alles erinnert uns an frühere große und bewegende polizeilichen Operationen gegen unsere Lebensräume und politischen Initiativen, auch wenn sie dieses Mal nicht den Fehler machen werden, die Terroristen-Keule herauszuholen.

In diesem Moment fühlen wir uns sehr empfindlich, verletzlich, schockiert. Das war ein richtiger Schlag – auch wenn wir ihn seit Monaten erwartet hatten. Aber kann man so etwas jemals erwarten, auch wenn man überall mit den Bullen lebt, wenn man sieht, wie sie in unsere Lebensmittelpunkte eindringen, in unseren Intimitäten, unsere Schlafzimmer, Wohnwagen, Transporter, Büro. Sie durchsuchen unsere Sachen, werfen alles durcheinander, durchwühlen alles was unser Leben ausmacht mit ihren Todeshänden.

Auf so etwas ist man nicht wirklich gefasst. Und was uns bei der Stange hält, was uns die Kraft gibt, unmittelbar deren politische Operation zu durchkreuzen, kommt daher, dass wir die Unterstützung und den Zuspruch spüren, die von überall her kommen.
Angesichts des Ausmaßes dieser Strategie der Spannung, mit der die Menschen in Bure isoliert und erschöpft werden sollen, ist die dezentrale Unterstützung mehr denn je maßgebend und entscheidend.

Wir rufen euch also dazu auf, überall, wo ihr seid, über die ZAD- oder Großprojekt-Komitees oder jede andere Initiative Unterstützungskomitees zu bilden.

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Soli-Botschaft aus Hamburg

Die Polizei ist am 20. September 2017 in zahlreiche Wohnungen von Gegner*innen des Atomklo-Projektes Namens Cigéo in Frankreich (Lothringen)  mit Gewalt  eingedrungen und hat alles durchsucht und durchwühlt.

Vereinsräumlichkeiten und private Wohnungen wurden über 8 Stunden lang durchsucht. Die Polizei hat nicht geklingelt, sondern unmittelbar Fenster und Türen aufgebrochen. Mitgenommen wurden zahlreiche Arbeitsgeräte und Infrastruktur wie Drucker und Kopierer, Computer, Handys, Flyer über den Widerstand gegen das Atomklo, Rechtshilfebroschüren und weitere Dokumente.

Die Widerstandsstrukturen vor Ort rufen zu Solidaritäts-Kundgebungen und Aktionen auf.

Die Hamburger Kampagne gegen Atomtransporte solidarisiert sich mit den Betroffenen Aktivist*innen und Vereine.  Die Teilnehmer*innen des Bündnistreffens am Dienstag abend schicken Soligrüße und ein Soli-Bild nach Bure!

Hamburger Kampagne gegen Atomtransporte solidarisiert sich mit dem Widerstand in Bure

Hamburger Kampagne gegen Atomtransporte solidarisiert sich mit dem Widerstand in Bure

PM – Netzwerk Atomausstieg verurteilt Hausdurchsuchungen

Übersetzung der Pressemitteilung des frz. Netzwerk Atomausstieg Sortir du nucléaire

20. September 2017

Das Netzwerk für den Atomausstieg « Sortir du nucléaire » verurteilt entschieden die laufende Durchsuchung des Widerstandshauses « Maison de la Resistance » in Bure, des Bahnhofs von Luméville und des Wohnsitzes mehrerer UmweltaktivistInnen

Nachdem sie die Tür mit einer Brechstange aufgebrochen haben, sind heute morgen gegen  6 Uhr 20 ca. vierzig Gendarmen in das Widerstandszentrum eingedrungen. Außerdem haben sie Scheiben der Autos und Wohnwagen rings um das Zentrum zerschlagen. Ungefähr 15 Gendarmen sollen am stillgelegten Bahnhof Luméville (derzeit bewohnt von MitstreiterInnen) anwesend sein. Der Wohnsitz eines anderen Umweltaktivisten in Commercy wurde ebenfalls durchsucht, wobei sein Komputermaterial beschlagnahmt wurde.

Während die Mobilisierung gegen CIGÉO zunimmt, während inzwischen offizielle Organisationen das Projekt für seine Risiken kritisieren, findet die Obrigkeit keine andere Antwort, als die Umweltaktivisten niederzuschlagen und zu kriminalisieren !
Diese Durchsuchung folgt auf mehrere Monate ständiger Polizeischikane in den Dörfern in der Umgebung von Bure, mit unaufhörlichen Streifenfahrten der Gendarmeriewagen und Hubschrauberrunden, sowie täglich mehrfachen Identitätskontrollen der AktivistInnen wie auch der Bauern. Vor einigen Tagen wurde sogar ein ansässiger 18-jähriger Jugendlicher von einer Zivilstreife festgenommen und in Handschellen abgeführt!

Das Netzwerk « Sortir du nucléaire » prangert diese unannehmbaren Methoden entschieden an und verurteilt die Eskalade dieser Strategie der Spannung. Anstatt dieses gefährliche und aufgezwungene Projekt, das gegenwärtige und künftige Generationen gefährdet, aufzugeben, verbeißt sich der Staat auf schändliche Weise in die Verfolgung der Gegner.

Das Netzwerk “Sortir du nucléaire“ ruft zur Veranstaltung  von Unterstützungskundgebungen vor den Präfekturgebäuden auf.
Die neuesten Mitteilungen zu den laufenden Polizeioperationen werden auf  www.vmc.camp  veröffentlicht.

Sobald wie möglich wird in Bure ein Pressebriefing stattfinden.

Pressekontakte :

Laura Hameaux – 06 85 23 05 11

Charlotte Mijeon – 06 64 66 01 23 (spricht auch deutsch!)

Eilmeldung: Hausdurchsuchungen bei Gegner*innen des Atomklos

Die Polizei ist heute früh in zahlreiche Wohnungen von Gegner*innen des Atomklo-Projektes Namens Cigéo in Frankreich – das Widerstandshaus in Bure und den ehemaligen „Bahnhof“ in Luméville inklusive –  mit Gewalt  eingedrungen und hat alles durchsucht und durchwühlt.

Mindestens eine Person befindet sich aktuell noch in Gewahrsam (sie soll Widerstand geleistet haben). Die Polizei hat Fenster und Türen aufgebrochen. Mitgenommen wurden Computer und Handys. Die Polizei interessierte sich außerdem für Bücher zum Thema Ökologie sowie für Rechtshilfebroschüren.

Erinnern wir uns: vor knapp einem Jahr warb der heutige Umweltminister Nicolas Hulot öffentlich für den Widerstand gegen das Atomklo und ließ sich mit einem Anti-Cigéo-Plakat abbilden. Im August 2017 schickte er das Militär zur Niederschlagung einer Demonstration gegen das Atommüll-Endlagerpojekt. Menschen wurden schwer verletzt. Heute rückte die Gendarmerie zu Hausdurchsuchungen nach. Wenn dass die Politik des neuen Umweltministers ist! Dann ist Widerstand vor Ort und überall notwendiger denn je!

Dezentrale SOLI-Aktionen erwünscht

Die Widerstandsgruppen in Bure rufen zu dezentralen SOLI-Aktionen. Mahnwachen werden heute Abend ab 17:30 Uhr in verschiedenen Städten statt finden. Eine Pressekonferenz findet am morgigen Donnerstag um 11 Uhr im Widerstandshaus Bure Zone Libre statt.

Die Betroffenen und Widerständigen in Bure würden sich darüber freuen, wenn ihr sie über dezentrale Soli-Aktionen bei euch um die Ecke informiert. Sie freuen sich auch über einfache Soli-Botschaften wie ein schönes Bild mit Soli-Banner.

Schreibt bitten an sauvonslaforet[ät]riseup.net

Unterstützungskommitees gründen

Es wird zudem zur Gründung von dezentralen Bure-Unterstützungskommitees aufgerufen. Der Aufrufstext ist noch nicht veröffentlicht – er wird übersetzt sobald es ihn gibt. Auf Grund der akuten Repression in Bure, soll deren Gründung trotzdem jetzt schon in die Wege geleitet werden.

In Deutschland soll es eine solche informelle Gruppe zur Unterstützung des Widerstandes gegen das Atomklo in Bure geben. Es heißt „Atomklo Bure nirgendwo!“ ; eine Mailingliste wurde eingerichtet. Es dient der Vernetzung, dem Austausch von Informationen und der Durchführung von konkreten dezentralen und zentralen Aktion mit Bezug auf den Kampf gegen das Atomklo. Trage dich ins Verteiler selbst ein: Hier ist die Seite zum Eintragen.

Weitere Informationen auf Französisch

vmc ; Twitter Ziradiés; Sortir du nucléaire

 

Ein Prozess um die Freiheit !

Heute am 12. Sept. 17 plädierte das Gericht von Bar le Duc dafür, JP Simon, Landwirt in Cirfontaines, zu verurteilen, weil er im Juni/Juli 2016 landwirtschaftliche Geräte Leuten zur Verfügung gestellt hat, die den Wald Lejuc bei Bure besetzt haben. Dort hat die Andra illegale Arbeiten [Wald abholzen, AdÜ] ausgeführt als Vorbereitung für den Bau des Atommüll-Tielfeinlagerungsprojekts [Endlager] Cigéo.
Die Urteilsverkündung wurde auf den 24. Okt. 2017 festgelegt (mehr …)

Unsere Felder sind keine Müllkippe

Aufruf der Confédération Paysanne (Bäuerliche Gemeinschaft)

BURE : STOP!

Unsere Felder sind keine Müllkippe:

Alle am Dienstag, 12. September mit/für Jean-Pierre Simon!

Am 12. Sept. wird in Bar-le-Duc Jean-Pierre Simon verurteilt, weil er den Gegnern des Projekts Cigéo (radioaktive Abfälle in Bure verbuddeln) geholfen hat. Sein Vergehen?

Er hätte den Projektgegnern seinen Traktor mit Anhänger zur Verfügung gestellt, was die Besetzung des Waldes Lejuc unterstützt hat, der von der ANDRA (frz. Atommüll-Verwaltungs-Agentur) illegalerweise vereinnahmt wurde und den sie ohne Genehmigung angefangen hat abzuholzen. (mehr …)

“Kurz bevor mein Fuß zersprang, sah ich auf der Höhe meines Kopfes eine Granate explodieren“

Ein junger Mann wurde in Bure schwer verletzt durch eine Granate, die einer der Gendarmen am 15.8. geworfen hat. Er wird wahrscheinlich seinen Fuß verlieren. Die Demonstranten beschreiben Szenen von einer extremen Gewalt, aber in der Präfektur des Dept. Meuse behauptet man, mit angemessenen Mitteln geantwortet zu haben. Und weicht zu den „Informationen, die in den soz. Netzwerken zirkulieren“ aus.

Saudron, 15.08.2017

Ein Granatenhagel, Explosionen auf Gesichtshöhe, in die Luft geschleuderte Körper, als ob sie auf eine Mine gesprungen wären, Kinder, die vom Wasserwerfer der Gendarmerie getroffen wurden: 48 Std. nach der Demo gg. Cigéo, dem Standort für das geplante Atom-müllendlager-Projekt in Bure an der Grenze zwischen den Départements Meuse und Haute-Marne,  beschuldigen die Gegner des Projekts die Gendarmerie, eine Strategie der Spannung* eingesetzt zu haben und beschreiben Szenen mit äußerster Gewalt.

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gelungenes Widerstandsfestival

Kurzer Erfahrungsbericht einer Festivalbesucherin.

Ich bin vor wenigen Tagen aus Bure zurückgekehrt. Die französische Atomlobby und -Regierung will dort ein Atommüllklo Namens Cigéo bauen.  Es gab vom 11. bis zum 13. August ein wunderschönes spannendes Widerstandsfestival mit Workshops, Konferenzen und Kultur. Den Veranstaltern zur Folge kamen ca. 2000 Menschen zum Festival.  Ich habe die Zeit für Vernetzung genutzt und viele Informationen gesammelt. Bure-Unterstützungskomitees sollen in ganz Frankreich entstehen. Solche Komitees sind bereits bei anderen Umweltkämpfe erfolgreich (Stichwort ZAD de NDDL). In Deutschland soll auch ein Komitee gegründet werden. Dazu später mehr Infos.

Der Wald Bois Lejuc ist immer noch besetzt, ich habe dort am 14. August einen schönen Sommertag verbracht. Die Besucher*innen konnten sich durch ein Spiel im Wald mit dem Gelände vertraut machen. Witzig und nützlich!

Eine Konferenz auf dem Festival betraf die Sicherheitsprobleme von Cigéo aus der Perspektive der Wissenschaft. Das ist erschreckend. Cigéo ist noch nicht gebaut, aber die Katastrophe ist – solle das Vorhaben realisiert werden – vorprogrammiert. Nicht berücksichtigt wurden Explosionsgefahren durch die Entstehung von Hydrogene, die Brandgefahr, geplante Freisetzung von großen Mengen Radioaktivität – im Normalbetrieb! etc.

Der Staat ist Willens, dieses todbringende Projekt mit Gewalt durchzuprügeln.  Am Dienstag 15. August 2017 gab es bei der Demo mehrere Schwerverletzte.

Widerstandsfestival und Demo gegen das Atomklo

Vom 11. bis zum 13. August 2017 findet in Bure im französischen Lothringen ein Widerstandsfestival „ Les Bure’lesques“ gegen das geplante Atomklo Namens Cigéo statt. Im Anschluss, am 15. August, gibt es eine Demonstration zum Jahrestag des Falles der Mauer der ANDRA (Nationalagentur für die Entsorgung radioaktiver Abfälle) im besetzten Wald Bois Lejuc.

Der Wald Bois Lejuc ist seit über einem Jahr besetzt. Dort will die ANDRA Vorarbeiten für den Bau des künftigen atomaren Endlager in tief geologischen Schichten durchführen. Die Bauarbeiten begannen im Frühjahr 2016. Ein Baustopp wurde jedoch auf Grund der Klage von Projektgegner*innen am 1. August 2016 verhängt, weil die ANDRA keine Rodungsgenehmigung besaß. Die Mauer, die sie zum Schutz der Bauarbeiten um den Wald errichtete, wurde zwei Wochen später eingerissen. Das Tauziehen vor Gericht und der Kampf um den Wald dauern an. Auch wenn das Tribunal der Grande Instance von Bar Le Duc am 26. April die Räumung der Waldbesetzung gebiligt hat und der Gemeinderat von Mandres-en-Barrois den Wald der ANDRA übergeben hat,  wächst die Baumbesetzung. (Siehe auch GWR-Artikel von Mai 2017) (mehr …)

Vielfältiger Widerstand gegen das Atomklo in Bure

Artikel aus GWR 420, Sommer 2017

Im lothringischen Bure kämpfen Atomkraftgegner*innen gegen die Einrichtung eines großflächigen nuklearen Entsorgungszentrums und die Einlagerung von hoch radioaktivem Müll in tiefen geologischen Tonschichten.

Das Großprojekt wurde CIGÉO getauft und wird von der ANDRA (Nationalagentur für die Entsorgung von radioaktivem Müll) betrieben. Auch wenn das französische Parlament im Juli 2016 beschlossen hat, dass CIGÉO gebaut wird, liegt für das Projekt noch keine Baugenehmigung vor. Das hinderte die ANDRA nicht daran, im Frühjahr 2016 mit Rodungsarbeiten in Mandres en Barrois zu beginnen. Der dortige Wald, genannt Bois Lejuc, ist daraufhin Kristallisationspunkt des seit zwei Jahren stetig wachsenden Widerstandes geworden. Aktivist*innen halten den Wald seit dem Sommer 2016 besetzt (die GWR berichtete).
Der Winter war geprägt von direkten Aktionen gegen CIGÉO und juristischen Auseinandersetzungen um den Wald.
Nach aktuellem Stand ist eine Räumung des besetzten Waldes in den kommenden Wochen nicht unwahrscheinlich. Außerdem führt die ANDRA nun Bauarbeiten an anderer Stelle durch. Vorbereitungsmaßnahme für den Bau der künftigen CASTOR-Bahn sind in die Wege geleitet worden. Künftig sollen 130 Jahre lang zweimal die Woche Castortransporte stattfinden.
Die Aktivist*innen freuen sich über Unterstützung.

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