News

“Kurz bevor mein Fuß zersprang, sah ich auf der Höhe meines Kopfes eine Granate explodieren“

Ein junger Mann wurde in Bure schwer verletzt durch eine Granate, die einer der Gendarmen am 15.8. geworfen hat. Er wird wahrscheinlich seinen Fuß verlieren. Die Demonstranten beschreiben Szenen von einer extremen Gewalt, aber in der Präfektur des Dept. Meuse behauptet man, mit angemessenen Mitteln geantwortet zu haben. Und weicht zu den „Informationen, die in den soz. Netzwerken zirkulieren“ aus.

Saudron, 15.08.2017

Ein Granatenhagel, Explosionen auf Gesichtshöhe, in die Luft geschleuderte Körper, als ob sie auf eine Mine gesprungen wären, Kinder, die vom Wasserwerfer der Gendarmerie getroffen wurden: 48 Std. nach der Demo gg. Cigéo, dem Standort für das geplante Atom-müllendlager-Projekt in Bure an der Grenze zwischen den Départements Meuse und Haute-Marne,  beschuldigen die Gegner des Projekts die Gendarmerie, eine Strategie der Spannung* eingesetzt zu haben und beschreiben Szenen mit äußerster Gewalt.

(mehr …)

gelungenes Widerstandsfestival

Kurzer Erfahrungsbericht einer Festivalbesucherin.

Ich bin vor wenigen Tagen aus Bure zurückgekehrt. Die französische Atomlobby und -Regierung will dort ein Atommüllklo Namens Cigéo bauen.  Es gab vom 11. bis zum 13. August ein wunderschönes spannendes Widerstandsfestival mit Workshops, Konferenzen und Kultur. Den Veranstaltern zur Folge kamen ca. 2000 Menschen zum Festival.  Ich habe die Zeit für Vernetzung genutzt und viele Informationen gesammelt. Bure-Unterstützungskomitees sollen in ganz Frankreich entstehen. Solche Komitees sind bereits bei anderen Umweltkämpfe erfolgreich (Stichwort ZAD de NDDL). In Deutschland soll auch ein Komitee gegründet werden. Dazu später mehr Infos.

Der Wald Bois Lejuc ist immer noch besetzt, ich habe dort am 14. August einen schönen Sommertag verbracht. Die Besucher*innen konnten sich durch ein Spiel im Wald mit dem Gelände vertraut machen. Witzig und nützlich!

Eine Konferenz auf dem Festival betraf die Sicherheitsprobleme von Cigéo aus der Perspektive der Wissenschaft. Das ist erschreckend. Cigéo ist noch nicht gebaut, aber die Katastrophe ist – solle das Vorhaben realisiert werden – vorprogrammiert. Nicht berücksichtigt wurden Explosionsgefahren durch die Entstehung von Hydrogene, die Brandgefahr, geplante Freisetzung von großen Mengen Radioaktivität – im Normalbetrieb! etc.

Der Staat ist Willens, dieses todbringende Projekt mit Gewalt durchzuprügeln.  Am Dienstag 15. August 2017 gab es bei der Demo mehrere Schwerverletzte.

Widerstandsfestival und Demo gegen das Atomklo

Vom 11. bis zum 13. August 2017 findet in Bure im französischen Lothringen ein Widerstandsfestival „ Les Bure’lesques“ gegen das geplante Atomklo Namens Cigéo statt. Im Anschluss, am 15. August, gibt es eine Demonstration zum Jahrestag des Falles der Mauer der ANDRA (Nationalagentur für die Entsorgung radioaktiver Abfälle) im besetzten Wald Bois Lejuc.

Der Wald Bois Lejuc ist seit über einem Jahr besetzt. Dort will die ANDRA Vorarbeiten für den Bau des künftigen atomaren Endlager in tief geologischen Schichten durchführen. Die Bauarbeiten begannen im Frühjahr 2016. Ein Baustopp wurde jedoch auf Grund der Klage von Projektgegner*innen am 1. August 2016 verhängt, weil die ANDRA keine Rodungsgenehmigung besaß. Die Mauer, die sie zum Schutz der Bauarbeiten um den Wald errichtete, wurde zwei Wochen später eingerissen. Das Tauziehen vor Gericht und der Kampf um den Wald dauern an. Auch wenn das Tribunal der Grande Instance von Bar Le Duc am 26. April die Räumung der Waldbesetzung gebiligt hat und der Gemeinderat von Mandres-en-Barrois den Wald der ANDRA übergeben hat,  wächst die Baumbesetzung. (Siehe auch GWR-Artikel von Mai 2017) (mehr …)

Vielfältiger Widerstand gegen das Atomklo in Bure

Artikel aus GWR 420, Sommer 2017

Im lothringischen Bure kämpfen Atomkraftgegner*innen gegen die Einrichtung eines großflächigen nuklearen Entsorgungszentrums und die Einlagerung von hoch radioaktivem Müll in tiefen geologischen Tonschichten.

Das Großprojekt wurde CIGÉO getauft und wird von der ANDRA (Nationalagentur für die Entsorgung von radioaktivem Müll) betrieben. Auch wenn das französische Parlament im Juli 2016 beschlossen hat, dass CIGÉO gebaut wird, liegt für das Projekt noch keine Baugenehmigung vor. Das hinderte die ANDRA nicht daran, im Frühjahr 2016 mit Rodungsarbeiten in Mandres en Barrois zu beginnen. Der dortige Wald, genannt Bois Lejuc, ist daraufhin Kristallisationspunkt des seit zwei Jahren stetig wachsenden Widerstandes geworden. Aktivist*innen halten den Wald seit dem Sommer 2016 besetzt (die GWR berichtete).
Der Winter war geprägt von direkten Aktionen gegen CIGÉO und juristischen Auseinandersetzungen um den Wald.
Nach aktuellem Stand ist eine Räumung des besetzten Waldes in den kommenden Wochen nicht unwahrscheinlich. Außerdem führt die ANDRA nun Bauarbeiten an anderer Stelle durch. Vorbereitungsmaßnahme für den Bau der künftigen CASTOR-Bahn sind in die Wege geleitet worden. Künftig sollen 130 Jahre lang zweimal die Woche Castortransporte stattfinden.
Die Aktivist*innen freuen sich über Unterstützung.

(mehr …)

Notruf: Wald akkut räumungsbedroht!

Mittwoch 26. April, heute hat das „Tribunal de grandes instance“ von Bar-le-Duc beschlossen, dass der Wald mit sofortiger Wirkung geräumt werden kann! Die Polizei ist aufgefordert, den Wald mit ihren Granaten, zurückzuerobern. Doch selbst wenn sie dies schaffen: dieses Mal wird nicht wie das letzte sein. Seit einem Jahr sind wir stärker geworden: Wir waren Hunderte, um den Wald zu besiedeln, zu demonstrieren, zu kämpfen, zu bauen, zu leben und alle seine Ecken kennen zu lernen.

Dutzende von Aktivist_innen begannen in Dörfern um Bure zu leben. Wir haben einen juristischen Prozess nach dem anderen gewonnen und sie eine Menge Zeit und Geld gekostet. Viele Male haben wir die Versuche von ANDRA blockiert, den Wald zu betreten und ihre Arbeit zu beginnen.

Wir rufen euch auf, euch SOFORT, aber auch in den kommenden Tagen und Wochen zu uns zu begeben. Wir sind entschlossen, einem Angriff auf den Wald unseren entschlossenen Widerstand entgegen zu setzen.

Widerstand gegen das französische Atommüll-Endlagerprojekt CIGEO

Nach 20 Jahren Kampf gegen die Einlagerung von Atommüll in Bure (Frankreich) wächst noch immer die Entschlossenheit der Aktivist*innen. Im Jahr 2016 wurden viele Strategien (Klagen, Sabotage der Baustelle, Demonstrationen …) verwendet, um die Zerstörung des Bois Lejuc durch ANDRA (nationale Agentur zur Entsorgung von Atommüll) zu stoppen. Die Mauer, die illegal von ANDRA im Sommer 2016 um den Wald gebaut wurde, konnte unserer Wut nicht widerstehen: Wir rissen sie ab und halten seit über 6 Monaten den Wald besetzt.

 

2017 bringt große Herausforderungen mit sich: das Massaker des Waldes durch ANDRA zu stoppen und den Verkauf des Bois Lejuc zusammen mit dem Einwohner des Dorfes Mandres anzufechten. Die Besetzung weiter aufrecht zu halten, die auch die zwanzig geschützten Arten, die vor kurzem auf dem Gelände entdeckt wurden verteidigt (z.B. Fledermäuse, Reptilien,Eulen und Katzen), die ebenfalls durch das Projekt gefährdet sind.

 

Im Jahr 2018 will ANDRA die endgültige Genehmigung erhalten, 99% der hoch radioaktiven Atomabfälle Frankreichs 500 Meter tief in der Region Bure zu begraben. Dieses katastrophale Projekt wird nicht nur in Missachtung der Umwelt durchgeführt, sondern wurde mittels Korruption, greenwashing-Propaganda, Repression und Einschüchterung der örtlichen Bauern vorangetrieben.

 

ANDRA dachte, sie könnten ihre Mafia-Methoden ohne irgendwelchen Widerstand der Bevölkerung durchsetzen; Damit lagen sie grundfalsch! Heute kennt die Unterstützung für unseren Kampf keine Grenzen: Von Notre-Dames-des-Landes nach Pyhäjoki, Hambach und Gorleben wird die Solidarität täglich stärker …

Wir laden Euch ein, sich dem Kampf in Bure anzuschließen! Im April werden einige Aktivist*innen von Bure eine Info-Tour durch Deutschland machen, damit wir uns treffen und mehr über unseren Kampf informieren können.

 

Tourdaten und Orte:

 

16. April: Hambacher Forst, (Skillsharing Camp)
18. April: Bielefeld, Autonomes Jugendzentrum
20. April: Bremen, Altes Sportamt
24. April: Wendland, Gasthof Meuchefitz
26. April: Leipzig, Meuterei
28. April: Berlin, Wagenplatz Lohmühle

 

Achtet auf Änderungen!

Vorerst keine Räumung der Waldbestzetzung

Der 18. Februar 2017 war als Mobilisierung gegen die Räumung des seit dem Sommer 2016 gegen das Atomklo (CIGÉO genannt) von Bure besetzten Waldes Bois Lejuc gedacht. Der Tag wurde zu einer schweren Niederlage für die nationale Agentur zur Entsorgung von radioaktivem Müll, ANDRA. Und der Thriller geht weiter: Das Endlagerprojekt bekam heute einen weiteren Dämpfer: der Beschluss des Gemeinderates, mit dem die ANDRA das Eigentum über den Wald Bois Lejuc erlangte, wurde durch das Verwaltungsgericht für nichtig erklärt. (mehr …)

Die Zäune wurden durch 20 Jahre Zorn niedergerissen

 » Hätten wir dies schon vor  25 Jahre gemacht, wäre alles anders gekommen « 

Ein ehemaliger Landwirt von Mandres en Barrois

Der 18. Februar war als Mobilisierung gegen die Räumung des besetzten Waldes Bois Lejuc gedacht. Der wurde zu einer schweren Niederlage für die nationale Agentur zur Entsorgung von radioaktivem Müll ANDRA.

Ca. 600 Menschen versammelten sich an diesem frischen und sonnigen Vormittag und liefen zum besetzten Wald bois Lejuc. Auf dem Weg dorthin, auf Höhe des kleinen Waldstücks Chaufour, waren das „Erkundungsbergwek“ sowie weitere Flächen, die die ANDRA für das Atomklo-Projekt CIGÉO in Anspruch nehmen will, zu sehen. Der Demozug lief am Weg der früheren Demonstrationen vom Sommer 2016 entlang. Im Wald angelangt, konnten die Teilnehmer*innen das warme Essen der Volkxküche genießen und die Boden- und Baumhütten der Waldbesetzer*innen bewundern. Die Stimmung war fröhlich. 700 gelbe Stoffstreifen wurden im Wald verteilt, als Symbol des Widerstandes im Wald gegen die atomare Wüste.

Der Demozug verließ den Wald gegen 15 Uhr. Die Teilnehmer*innen nahmen jeweils ein Stück der im Sommer zerstörten Mauer der ANDRA mit. Die Demonstration führte über das „Labo“, das „Erkundungsbergwek“ der ANDRA. Die hoch aufgerüstete militärische Polizei bewachte das Areal. Stacheldraht Zäune und weitere Mauern waren errichtet worden. Das Bild, das dieses Arsenal bot, hatte Ähnlichkeiten mit durch die ANDRA im Sommer errichteten kilometerlangen der Mauer der ANDRA um den Wald: Das ist das Bild der atomaren Industrie hinter ihre militärische Festung.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Menschenmenge schlug im Rhythmus der Samba mit den Steinen der Mauer auf metallischen Leitplanken. Der Schrei der Heulen von Bure war zu hören. Die Menschen ließen sich nicht aufhalten. Die Menschen verteilten sich um die „ècothèque“ (die ANDRA gibt sich Öko und hat eine Art Haus der Natur errichtet). Demonstrant*innen gelangte schließlich an die Zäune und rissen diese nieder – ohne sich dabei vom Tränengashagel einschüchtern zu lassen Andere Demonstrant*innen beobachteten das Treiben aus sicherer Entfernung und ermutigten die Aktivist*innen am Zaun. Die Straße wurde mit Farbe verschönert. Das ganze wurde mit Musik begleitet. In den Mitteilungen der Präfektur war die Rede von ca 50 vermummten gewaltbereiten Menschen. Die Stimmung vor Ort war aber anders. Der Diskurs der Behörden, die die Demonstrant*innen in Gewaltkategorien einteilen, ging nicht auf.

Die Menschen zeigten sich solidarisch zueinander. Zum ersten mal in 25 Jahren wurden die Anlagen direkt angegriffen und die Aktion wurde von allen mitgetragen. Wenn die Welt so werden soll, wie die ANDRA sie haben will, dann ja, wir sind alle Chaoten! Wir werden diese Welt zerstören.

Die Polizei antwortete auf die Protestaktion mit Angriffs- und Tränengasgranaten. Innerhalb von wenigen Minuten wurden 20 Menschen verletzt. Zwei mussten ins Krankenhaus gebracht werden, viele Aktivist*innen wurden durch Metallsplitter verletzt. Die Polizeigewalt trübte die Stimmung jedoch nicht. Die Demonstrant*innen zogen sich ruhig nach Bure zurück.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das Widerstandswochenende ging mit einer Mahlzeit am Haus des Widerstandes in Bure und Konzerten auf einer Wiese in einem Zirkuszelt weiter. Ein Infokiosk, Gemeinschaftszelte und ein erste-Hilfe-Zelt rundeten das Angebot ab. Die Party ging bis spät in die Nacht. Der Tag wird vielen Menschen als historisches Ereignis im Kampf gegen das Atommüllklo in Erinnerung bleiben. Das Gefühl, Dinge verändern zu können, aktiv gegen die Zerstörungen werden zu können, bleibt.

Nach der Fall der Scham-Mauer im Sommer, sind nun die Zäune der ANDRA niedergerissen worden. CIGEO bekommt Risse. Es gibt neue Hoffnung für die Menschen, die mit Demonstrationen, Petitionen und Camps seit 25 Jahren gegen das Atomklo kämpfen. Resignation war gestern, die Hoffnung ist wieder da. Wir träumen von einer besseren Zukunft – ohne atomare Militarisierung der Départements Meuse und Haute-Marne

Gegner*innen des CIGÉO Projektes

Videos

Video der Fackelmarsch vom 14. Februar

Soli-Aktion in Deutschland

Neben der Soliaktion der Waldbesetzer*innen im Hambacher Forst (Kampf gegen die Kohlekraft) gibt es eine Aktion der bundesweiten Kampagne gegen Urantransporte:

Aktions-Zugfahrt gegen Urantransporte am 18. -19. Februar 2017

* Internationale Aktions-Zugfahrt gegen Urantransporte am 18. und 19. Februar 2017
* Solidarität mit dem Kampf gegen den Bau eines atomaren Atommülllagers in Bure (Frankreich, Lothringen)

Unsere Aktion richtet sich gegen „Yellow Cake“- Transporte über Kiel und Hamburg zur AREVA Uranfabrik-Narbonne (F) sowie gegen Uranhexafluorid-Transporte von der französischen Konversionssanlage Pierrelatte (Rhône-Tal) zur einzigen deutschen Urananreicherungsanlage in Gronau (NRW).

Eine Gruppe von AktivistInnen transportiert symbolisch „Yellow Cake“ (Uranerzkonzentrat) von Kiel nach Trier – dabei nutzen sie die Bahn-Strecke, die regelmäßig für die zahlreichen Atomtransporte zwischen Hamburg und Trier genutzt wird. Zusätzlich transportierten AktivistInnen aus Frankreich symbolisch Uranhexafluorid und Teile der Baustelle für ein atomares Atommülllager aus Bure (Lothringen) von Frankreich nach Deutschland. (mehr …)