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Aktuelle Kurzinfos zur Waldbesetzung im Bois Lejuc

Sven, ein offizieller Bewohner des Bois Lejuc in Mandres-en-Barrois bei Bure hat Post vom Gerichtsvollzieher erhalten. Die Nationale Agentur zur Entsorgung von radioaktivem Müll (ANDRA) bereitet die Wiederaufnahme der Bauarbeiten für das Atomklo. Die Waldbesetzung steht diesem Vorhaben in dem Weg. Darum geht sie gegen Sven juristisch vor. Eine Gerichtsverhandlung findet am 11. Januar 2017 vor dem Gericht in Bar-Le-Duc statt. Die ANDRA beantragt ein Räumungstitel  gegen Sven und weitere Bewohner*innen des Waldes.  Ob am 11.01. tatsächlich eine Räumung verfügt wird, ist nicht ganz klar. Der Anwalt, ist an dem Tag verhindert und will das Gericht dazu bewegen, den Termin zu verlegen ( Update vom 11.1. : wurde auf die Woche vom 16.1. verlegt). Diverse Antiatom-Initiativen aus der Region rufen zur Solidarität mit Sven und der Waldbesetzung auf, Sven freut sich über Post an seine Adresse im besetzten Wald ( Sven Linstrom, Le haut chemin, 55290 Mandres-en-Barrois ). Hierfür haben Antiatom-Gruppen einen Solibrief formuliert. Sven freut sich aber auch auf eigenständig formulierte Briefe auf Englisch.

Eine weitere Entwicklung spricht für eine Räumung der Waldbesetzung durch die Polizei und zeitnahe Wiederaufnahme der Bauarbeiten im Boi Lejuc: Die Präfektur will den Schwarzbau, der durch gerichtliche einstweilige Verfügung im Sommer gestoppt wurde, legalisieren, indem sie eine Rodungsgenehmigung – ohne vorige Umwetlverträglichkeitsprüfung – erteilt. Die Unterlagen zu diesem Vorhaben legen bis zum 17. Januar bei der Behörde aus (Siehe hier )  und Bürger*innen dürfen dazu Stellung nehmen und an ddt-se-foret@meuse.gouv.fr schreiben. Diese Scheindemokratie dürfte jedoch wenig bringen.

Es heißt aber, dass mit der Erteilung einer Rodungsgenehmigung nach dem 17. Januar zu rechnen ist (es wird mit einem Termin um den 20.1. gerechnet) und eine Räumung der Waldbesetzung ansteht. Darum freuen sich die Aktivist*innen über Unterstützung vor Ort. Ob beim Bauen von Boden- und Baumhäuser bis zum Räumungstermin oder bei der Verteidigung des Waldes am Tag X wenn die Andra und der Polizeistaat anrücken.

Achtet auch aktuelle Informationen und Ankündigungen!

Tag X: im Falle eines Angriffes auf den Wald wird für den darauf folgenden Samstag um 11.00h zum Widerstandshaus BZL zur Wiederbesetzung mobilisiert!

Zur Situation in Bure – eine Einschätzung

Quelle: Linksuntenindymedia

Im letzten halben Jahr sind mehrere Texte veröffentlicht worden, die sich mit dem wachsenden Widerstand gegen das französische Endlagerprojekt für hochradioaktive Abfälle (CIGEO) vom Konzern ANDRA1 in Bure befassen. Wir sind ein paar Leute aus der autonomen anti-Atom Bewegung in der BRD, die diesen Prozess seit einiger Zeit solidarisch begleiten. Nach unserem letzten Besuch im Dezember 2016 haben wir uns zusammengesetzt, um die vorhandenen Berichte und Aufrufe um ein paar persönliche Eindrücke und Einschätzungen zu ergänzen.

 

Sommes un movement de masse(s)2 – Eine „Massenbewegung“ (mit Vorschlaghammer)

 

Mit einem Mobilisierungspotential von ca. 500 Menschen während des letzten Sommers, sicherlich noch keine Massenbewegung, zeigen die wachsenden Auseinandersetzungen um CIGEO doch einiges an politischer Perspektive auf. Die seit Malville (1977) marginalisierte Anti-Atombewegung erlebt eine Renaissance und widerständige Menschen aus unterschiedlichen Spektren und gesellschaftlichen Schichten kommen zusammen. Möglich gemacht wird dieses durch die Anerkennung unserer Unterschiedlichkeiten, den Respekt für das Handeln anderer Strömungen in diesem Widerstand und der gemeinsame Vorstellung von einer Strategie der „Vielfalt der Taktiken“. Feldbesetzungen, Demos, Kletterblockaden, Flugblattaktionen, Sabotage und militante Auseinandersetzungen, aber auch die Ausschöpfung der juristischen Möglichkeiten („Barrikaden aus Papier“) haben eine Situation geschaffen, die seit über 6 Monaten die derzeit wichtigste Baustelle des französischen Atomprogramms stilllegt.

(mehr …)

Bure – Ruhe vor dem Sturm?

Der Wald Namens „Bois-Lejuc“  bei Bure in Lothringen soll der Baustelle für das französische atomare Endlagerprojekt „CIGÉO“ zum Opfer Fallen. Aktivist*innen halten ihn seit mehreren Monaten besetzt. Zahlreiche Menschen folgten dem Aufruf, Boden- und Baumhäuser im Wald zu bauen, Spaziergänger bewundern das wunderschöne Herbstfarbspektakel und es gibt jeden Sonntag ab 14 Uhr Café und Kuchen sowie Schnupperklettern im Wald. Es ist seit dem gerichtlich verhängten vorläufigen Baustopp und der Fall Mauer im Sommer ruhig geworden. Doch, das ist möglicherweise nur die Ruhe vor dem Sturm.

Hinweise auf eine kurz bevorstehende Wiederaufnahme der Bauarbeiten vermehren sich.

UPDATE 27. Dezember 2016: Am 5. Januar 2017 wird das Berufungsgericht sein Urteil  in Sache Baustopp (Die ANDRA ist in Berufung gegangen) sprechen.

Sven hat darüber hinaus Post vom Gerichtsvollzieher erhalten. Am 11. Januar  2017 findet vor dem Verwaltungsgericht ein Anhörungstermin statt. Es geht nicht nur um Sven, sondern um alle Menschen, die sich im Wald aufhalten. Die ANDRA will ein Räumungstitel erwirken. Die Situation im Wald ist derzeit ruhig, es wird weiter gebaut. Es kann nach dem Gerichtstermin  am 11.01.2017 alles schnell gehen – oder auch nicht. Achtet auf aktuelle Ankündigungen! Der Wald freut sich über Unterstützung.

Der Gerichtsvollzieher ließ sich vor wenigen Wochen in Begleitung vom Sicherheitsdienst der ANDRA (Nationalagentur zur Entsorgung von radioaktivem Müll) blicken. Der „Commandant Dubois“, der Einsatzleiter der militärischen Polizei (Gendarmerie) in der Gegend, will Konstruktionen im Wald in Augenschein nehmen. Und die ANDRA scheint was die Baugenehmigung angeht, auf’s Tempo zu drücken. Die ANDRA hatte im Frühjahr 2016 mit Rodungen im Wald begonnen. Ziel ist es, eine über 5 Kilometer lange Mauer rund um den Wald zur errichten, als Schutzmaßnahme für die künftigen Bauarbeiten im Bereich des aktuellen Bois Lejuc. Dort sollen Lüftungsschächte für das zukünftige atomare Endlager gebaut werden. Dafür gibt es noch keine Baugenehmigung. Das Gericht hat am 1. August 2016 einen Baustopp verhängt, weil die Rodungsarbeiten ohne Rodungsgenehmigung durchgeführt wurden. Es gab der ANDRA 6 Monate Zeit, diese Genehmigung nachträglich einzuholen und die Situation zu regularisieren. Andernfalls müsse der Wald wieder Instand gesetzt werden.

Sowohl die ANDRA als auch die Genehmigungsbehörden wollen eine zügige Wiederaufnahme und Fortsetzung der Bauarbeiten durchpeitschen. Die Umweltbehörde hat diese Woche, wie aus dem Nichts heraus, erklärt, für die Wiederaufnahme der Bauarbeiten, also für die Erteilung einer Rodungs- und Baugenehmigung bedürfe es keiner Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Erteilung der Genehmigung wäre somit nur noch eine Formsache im Zuständigkeitsbereich der Präfektur, die CIGÉO bekanntlich auch gegen den Willen der Bevölkerung durchboxen will. Es ist damit zu rechnen, dass diese Genehmigung nun zeitnah erteilt wird. Der Weg wäre somit für die Wiederaufnahme der Rodungs- und Bauarbeiten frei – und eine Räumung der Waldbesetzung wahrscheinlich. Ob diese dann schon im Dezember oder erst im neuen Jahr statt findet, kann noch nicht gesagt werden.

Die Besetzer*innen lassen sich aber nicht entmutigen und rufen zur Unterstützung der Waldbesetzung auf.

Sollten die Bauarbeiten wieder beginnen, rufen die Aktivist*innen dazu auf, am darauf folgenden Samstag um 11 Uhr nach Bure zu kommen um dann in Massen in den Wald zu kommen!

Es wird darüber hinaus für den 13. Dezember in den Wald mobilisiert.  Ein Besetzer, Sven Lindstrom ist offizieller Bewohner des Waldes (mit Briefkasten und all das was dazu gehört). Eine Räumung der Besetzung soll dadurch erschwert werden, die ANDRA muss vor der Räumung ein Räumungstitel vor Gericht beantragen.

Sven hat am 13.12. Geburtstag. Und er will seinen 30. Geburtstag mit zahlreichen Menschen im Wald feiern! Kommt zahlreich nach Bure und unterstützt die Waldbesetzung! Und wenn ihr es nicht nach Bure schafft: Sven wünscht sich coole dezentrale Aktionen zum Thema Bure, Wald und atomares Endlager zum Geburtstag!
Die Adresse von Sven: Sven Lindstrom, Le Haut Chemin 55290 Mandres-En-Barrois, France.

Bure: Wieder-Wiederbesetzung des Waldes

Kommt vorbei und seid bereit den Wald zu verteidigen, wenn es so weit ist!

Nach dem Ausnahmezustandssommer in der Meuse (Maas), der Winter der Entschlossenheit gegen die Atomkraft gegen CIGÉO und seine Welt!

Die Blätter färben sich jeden Tag mehr. Der Wind kühlt. Die Nacht wird immer länger. Der Morgennebel mit Raureif wird sichtbar. Wo auch immer man guckt, das ist wunderschön, die wegen sind mit knackigem Laub übersät, das fröhliches Bellen  der Hunde ist zu hören. Das sanfte Grün ist zum Wut-Rot übergegangen. Der Herbst ist dem Sommer gefolgt und im Gegenteil zur Annahme aus dem ersten Aufruf, gehen wir nach wie vor Pilze sammeln! Nach fast 5 Monaten Demonstrationen, Besetzungen, Wanderungen ,Räumungen, Wiederbesetzungen, Auseinandersetzungen, Gerichtsverfahren, Picknick, Flyerverteilen, Mahnwachen, spontanen Partys, Sabotage von Mauer… der Wald „Bois Lejuc“ ist freier denn je!

Seit der Fall der Mauer „Bure de Merlin“ am 14. August, dutzende von Eulen haben ihr Nest im wunderschönen Wald wieder eingerichtet. Dies mal bleibt es ruhig, keine Eilmeldungen, keine Fülle an Informationen und dringenden Soliaufrufe. Die Neubesetzung des Waldes findet in aller Ruhe im sanften Herbst statt: Die Freude, Baumplattformen auf eine Buhe hoch zu ziehen, Klettern zu lernen, den Wald mit seinen wechselten Farben neu zu entdecken, ohne Druck seitens der Polizei. Sich Zeit für Waldspaziergänge zu nehmen. Das ist der Wechsel der Jahreszeiten. Vom Sommer des Ausnahmezustandes zum entschlossenem Winter über den ruhigen Herbst.

Die Barrikaden aus Papier fallen früher oder später

Wir dürfen die Atom-Lobbyisten nicht unterschätzen. Die sind nicht in ihren Manager-Anzüge tatenlos geblieben. Sie haben gegen den am 1. August durch das Gericht verhängten Baustopp Berufung eingelegt. Über die Berufung dürfte im November oder im Dezember verhandelt werden. Die ANDRA hat eine Rodungsbescheinigung beantragt. Ein Gerichtsvollzieher kam Anfang November in Begleitung zweier Schläger-Securitys in den Wald. Das Sicherheitspersonal, das so häufig und unberechenbar zuschlägt. Und der Polizeihubschrauber kommt mindestens ein Mal die Woche, die Polizei ist nie sehr weit.

Die Aktivist*innen haben auch mit der Repression zu kämpfen:  Einige künstlerisch veranlagte Aktivisten wurden für ein Graffito auf eine sich im Besitz der ANDRA befindliche  Ruine zu einer zweimonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Eine andere Person erhielt einen 2-jährigen Aufenthaltsverbot für das Département Meuse (Maas). Polizeiliche Vorladungen trudeln nach der Zerstörung der Mauer der Andra haufenweise ein. Eine neue Präfektin (regionale Behörden- und Verwaltungsleitung) wurde ernannt und das Endlagervorhaben CIGEO hat einen neuen Direktor. Die Andra hat zudem Experten für öffentliches Recht eingestellt, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Gegenseite sich neu sortiert und die nächste Räumung vorbereitet. Wir müssen bereit sein.

Mit diesem Aufruf möchten wir nicht nur ein Update an unser Freund*innen und Unterstützer*innen geben, sondern dich in erster Linie einladen hierher zu kommen und/oder sonst wo Solidaritätsaktionen zu organisieren. Es werden neue Bäume gepflanzt und  Infrastruktur eingerichtet: Ob Tipi, eine Gemeinschaftshütte und -Küche, Baumhäuser oder die Kompostklos. Es wächst wie Pilze.

Dutzende Menschen haben sich im Wald niedergelassen und wir hoffen auf mehr. Wohl wissend, dass die Barrikaden aus Papier nicht lange halten werden. Der Wald ist nur deshalb vor Zerstörung geschützt, weil das Gericht ein Baustopp verhängt hat. Wir machen uns keine Illusion, früher oder später wird die Bürokratie für die Gerichte in Ordnung sein und die Bauarbeiten werden wieder beginnen. Es geht um wenige Wochen oder vielleicht Monaten. Es liegt an uns, bereit zu sein. Es liegt an uns, zu blockieren und den Wald zu verteidigen.

Sollten die Bauarbeiten wieder beginnen, rufen wir dazu auf, am darauf folgenden Samstag in Massen in den Wald zu kommen!
Jeden Sonntag gibt es um 14 Uhr warme Getränke, lecker Essen, ein warmes Feuer und Schnupperklettern im Wald!

Weil die Gemeinschaftshütte mit großzügigem Schlafraum immer noch im Bau ist, empfehlen wir warme Kleider und persönliches Schlafmaterial mitzunehmen. Du kannst uns via sauvonslaforet@protonmail.com  oder +33(0)7 5387 8161 erreichen. Um uns finanziell und mit Material zu Unterstützen, freuen wir uns über Spenden in Form von Essen, Geld, Werkzeuge, Paletten und Holz.

Aufruf zum Bau von Widerstandshütten gegen das atomare Klo

Von Bure zur ZAD*, vom Norden in den Süden, der Ruf des Waldes

Ab dem 24. Oktober 2016, Bauwochen im befreiten Wald von Mandres-en-Barrois

Hier kämpfen die Eulen gegen Cigéo und verteidigen den Wald von Mandres-en-Barrois gegen das wahnsinnige Atomkloprojekt.

Dort setzten sich die Molche gegen einen Flughafen zur Wehr und besetzen den zu einer zu verteidigende Zone (ZAD) erklärte Bocage gegen das Unnütze Großprojekt.

Andernorts nagen die Murmeltiere in der Gegend Haute-Durance an die Masten der Hochspannungsleitung.**

Der 14. August 2016, der Tag der kollektiven Zerstörung der „Schammauer“ der ANDRA (Nationale Agentur zur Entsorgung von Atommüll), war der Höhepunkt eines ereignisreichen Notandssommers (in Anspielung an den in Frankreich aktuell im noch geltenden Ausnahmezustand) mit zahlreichen Aktionen zur Verteidigung des Waldes Namens „Bois Lejuc“, der den Vorarbeiten für das Atomklo Cigéo zum Opfer fallen soll. Der Wald wurde an diesem Tag vom Joch der Atomlobbyisten befreit. Die durch das Gericht in Bar-le-Duc für illegal erklärten Rodungen ruhen. Ca. 1000 Betonstelen liegen auf dem Boden und die Militarisierung der Gegend ist rückgängig. Auf den Trümmern der neuen Welt wurden in den wunderschönen Buchen und Eichen Hütten errichtet.

Die ANDRA hat jedoch vor wenigen Wochen zum Gegenschlag ausgeholt.

Offensive Kommunikationskampagne, Tag der offenen Türe am Versuchsbergwerk. Die Militärpolizei Gendarmerie führt erneut gezielte Identitätskontrollen durch, die Securitys der Andra zeigen mit ihren Knüppeln Präsenz. Heute früh, 11. Oktober 2016, als wir gerade an diesem Aufruf arbeiteten, tauchte der Gerichtsvollzieher in Begleitung von Securitys auf und filmte unsere Hütten. Am 20. Oktober 2016 wird die Berufung der ANDRA gegen den Baustopp vom 1. August verhandelt: Es wird mit einer Verlängerung von Fristen, damit die ANDRA die Baugenehmigung beantragen kann ohne den Wald wieder Instand setzen zu müssen, gerechnet. Es kann aber im schlimmsten Fall auch zu einer Aufhebung des Urteils vom 1. August kommen. Es könnte dann sehr schnell gehen.

Die ZAD in Notre-Dame-des-Landes ist Räumungsbedroht. In Bure stehen die Zerstörung der Hütten und die Wiederaufnahme der Rodungsarbeiten möglicherweise ebenfalls unmittelbar bevor: Rodungen, archäologische Ausgrabungen, „geothermische Probebohrungen“, (wieder)Errichtung einer Betonmauer… Die Baumaschinen können ihren zerstörerischen Dienst auch im Winter wieder aufnehmen.

Wir müssen uns bereit halten: Es soll alles weggebaggert werden – das wollen wir blockieren!

Auf dem Boden hinter den Barrikaden! In der Luft, in den Bäumen postiert, schützen wir den „bois Lejuc“!

Die räumungsbedrohte ZAD wendet sich an die „Freunden der Bäume“*** Wir unterstützen und verbreiten den Aufruf – und machen uns den Aufruf zu eigen: Wir wollen den Widerstand in Bure ebenfalls stärken und verbreiten diesen Aufruf unm die Äste miteinander zu verbinden, Nester einzurichten und Hütten für den Kampf und das Zusammenleben zu bauen. Ob ihr handwerkliche Fähigkeiten zum Bau von leichten Konstruktionen besitzt oder nicht, ob ihr euch im (Aktions)klettern auskennt oder nicht, ob ihr mit Blockaden oder Sabotage Erfahrung habt oder nicht: Kommt vorbei, wir tauschen uns aus und bringen uns neue Fähigkeiten gegenseitig bei um den Wald, den Bocage und Menschenleben zu verteidigen.

Schaffen wir Archen, reisen wir von Baum zu Baum, von Widerstandsorten zu Widerstandsorten:

Kommt ab dem 24. Oktober

Für Waldbauwochen und mehr!

Alle Erfahrungen und Arten der Einmischung sind willkommen. Die kommende Monate sind für die Zukunft des Kampfes gegen das atomare Klo Cigéo entscheidend!

Verbreitet diesen Aufruf. Wir wollen der ANDRA zeigen, dass sie nicht ohne weiteres in den Wal zurückkehren kann und dass viele Menschen bereit sind, den Wald entschlossen zu verteidigen!

Und Wem gehört der Wald?Uns!“ *****

Die Eulen von Bure

Logistische Fragen:

Materialliste hier

Wir haben wenig Transportmittel, wir freuen uns, wenn ihr das gespendete Material selbst vorbeibringen könnt. Sagt uns ein paar tage vorher Bescheid, wenn es euch nicht möglich ist, damit wir eine Lösung finden.Danke

Unterkunft

Plant ein, euch möglichst selbstständig zu versorgen. Es gibt als Anlaufstelle zwei Widerstandsorte: Das Haus des Widerstandes in Bure und ein Gelände in Luméville-en-Ornois. Diese Orte haben eine begrenzte Aufnahmekapazität, wir bitten deshalb um Kontaktaufnahme vor eurer Ankunft. Es ist auch möglich, sich von Beginn an in den Wald einzurichten und dort zu zelten.

Versorgung

Die Waldbewohner*innen versorgen sic nach Möglichkeit selbst, auch die unterschiedlichen Widerstandsorten sich solidarisch gegenseitig unterstützen. Wir freuen uns über Essensspenden.

Kontakt

Email: sauvonslaforet[at]riseup[point]net

Wald Infonummer: +33(0)7 58 84 10 51

Pressenummer : +33(0)7 53 54 07 31

Widerstandshaus (Bure Zone Libre) : +33(0)3 29 45 41 77

Fußnoten

* ZAD = Zone à défendre ; zu verteidigende Zone, besetztes Gebiet

** Hochspannungsleitung in Italien zwischen Frankreich und Italien: https://notht05.noblogs.org/post/2016/09/22/10-1710-france-appel-du-lac-de-rama/

*** Aufruf der ZAD von Notre Dames des Landes die (Baum)Besetzung am dem 9. Oktober 2016 zu unterstützen: http://zad.nadir.org/spip.php?article4066

**** Kampfmotto der Eulen von Bure

Der Widerstand wächst!

Artikel aus der Zeitschrift Graswurzelrevolution Nr. 411, September 2016

In der Ortschaft Bure (Lothringen), unweit der deutschen Grenze, will die französische Regierung ein Endlager für hoch radioaktivem Müll in tiefen geologischen Tonschichten bauen. Das Vorhaben wurde CIGÉO getauft. Die ANDRA (Nationale Agentur zur Entsorgung von radioaktivem Müll), Bauherrin von CIGÉO, hat Anfang Juni 2016 mit der Rodung eines Waldes Namens „Bois Lejuc“ in Mandres-en-Barrois begonnen, erste Tatsachen zu schaffen. Und dies obwohl die ANDRA über keinerlei Bau- und Rodungsgenehmigung verfügte und das Gesetz zur Genehmigung einer ersten Bauphase – als industrielle Forschung getarnt – das Parlament noch nicht ein mal passiert hatte. Der Wald wurde am 19. Juni, wenige Tage nach Beginn der Bauarbeiten, im Anschluss an einem Waldspaziergang durch Projektgegner*innen besetzt. Diese Aktion stellt einen Wendepunkt für den Widerstand gegen das Atomklo in der Gegend dar: Noch nie zuvor wurde ein Platz besetzt. Noch nie zuvor unternahmen so viele Menschen gemeinsam einen solchen Akt des zivilen Ungehorsams. (mehr …)

Die Mauer ist gefallen!

Pressemitteilung – Die Mauern im Wald Lejuc fallen!

Heute am 14. August 2016 haben fast 500 Menschen verschiedenen Alters, AktivistInnen unterschiedlicher Herkunft, darunter Landwirte und EinwohnerInnen, den Wald von Lejuc bei Mandres-en-Barrois zurückerobert und in einer festlichen Atmosphäre entschlossen mit der Wiederinstandsetzung des Waldes begonnen. Mehrere hundert Meter der illegal errichteten Mauer wurden niedergerissen, andere Mauerstücke bemalt und kleine Bäumchen gepflanzt. Sogar einige der während der ersten Besetzung (vom 19. Juni bis 7. Juli 2016) eingesetzten Gemüsepflänzchen, die die Zerstörungsaktion der ANDRA überstanden haben, wurden neu eingepflanzt.

Neu dazu gekommene AktivistInnen und solche der ersten Stunde versammelten sich im Schatten der befreiten Bäume für ein gemeinsames Picknick und um die Welt über den Mauerruinen neu zu gestalten. Mit dem Fall dieser Mauer ist nicht nur ein Symbol der Gewalt und der willkürlichen Durchsetzung der ANDRA gefallen, sondern die bleierne Kappe der Schicksalsergebenheit und der Resignation hat jetzt auch Risse bekommen.

Dieser Volksaufstand ist eine gesunde und legitime Reaktion auf die Walze der ANDRA, die zu allem bereit ist, um CIGÉO durchzusetzen (Einsatz von stark bewaffnetem Sicherheitsdienst, Missachtung der Gesetze, Missachtung der Gerichtsentscheidungen). Mehrere hundert DemonstrantInnen konnten das Ausmaß der Schäden am Wald feststellen: Kahlschlag im Hochwald junger Bäume und im Mittelwald. Einiges lässt vermuten, dass die ANDRA auch nach Erlass des Baustopps durch das Gericht am 1. August 2016 noch die Rodungen fortgesetzt hat. Wir erwarten mit Ungeduld die nächsten juristischen Auseinandersetzungen.

Angesichts des Ausmaßes an Zerstörung und der Böswilligkeit der ANDRA erscheint es uns umso wesentlicher, den Wald in den kommenden Tagen und Wochen weiter zu verteidigen.

Im Beitrag auf Französisch gibt es ganz unten eine Bildergalerie.

Vorläufiger Baustopp für das Atomklo!

Gemeinsame Pressemitteilung von Réseau Sortir du nucléaire, MIRABEL, Lorraine Nature Environnement, Meuse Nature Environnement, ASODEDRA, CEDRA 52, Les Habitants vigilants de Gondrecourt, BureStop55, Bure Zone Libre und der Gegner*innen und Einwohner*innen gegen das Projekt CIGÉO in Bure und anderswo – 1. August 2016

Das Gericht von Bar-le-Duc verurteilt die ANDRA!

Die Bauarbeiten für CIGÉO sind gestoppt!

Historische Klatsche für die ANDRA nach zwei Monaten Widerstand vor Ort

Das Gericht von Bar-le-Duc hat acht Vereine und vier Einwohner*innen von Mandres-en-Barrois recht gegeben. Sie haben in einem Eilantrag vom 25. Juli 2016 einen Baustopp für die Nationalagentur zur Entsorgung von Atommüll (ANDRA) im Bois Lejuc gefordert. Die Bauarbeiten stehen im Zusammenhang mit CIGÉO, dem Endlagerprojekt für hoch gefährlichem Atommüll. Die Bauarbeiten sind illegal. Die ANDRA muss sie unterbrechen und das zerstörte Areal wieder Instand setzen.
Die Vorgeschichte: 7 Hektar Blätterwald wurden bereits gerodet – darunter beinahe 100 Jahre alte Eichen. Der Boden wurde von allen Pflanzen befreit und mit Kies bedeckt. Der Bau einer 2 Meter hohen und 3 Kilometer langen Mauer wurde begonnen. Diese Tatsachen wurden geschaffen, obwohl die ANDRA von den zuständigen Behörden keine Genehmigung erhalten hat und sich die Frage nach der Erforderlichkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung erst gar nicht stellte. Die ANDRA glänzte bei der öffentlichen gerichtlichen Anhörung vom 28. Juli nicht mit Herrlichkeit – im Gegenteil! Sie erklärte, die Bauarbeiten seien zwar im Zusammenhang mit CIGÉO, sie hätten jedoch eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes Lejuc zum Zweck! Hinzu kommt, dass die ANDRA, die mitten in der Sitzung hinein platzte, ein lächerliches Dokument aus ihrem Hut zog. Nämlich eine durch den Bürgermeister unterschriebene Verfügung der Gemeinde von Mandres-en-Barrois mit der der vor Wochen illegal bereits begonnene Bau der Mauer nachträglich genehmigt wurde!

Der Gerichtsbeschluss vom 1. August 14 Uhr ist eindeutig: Es ist die Anordnung eines vorläufigen Baustopps bis zur Erteilung einer Rodungsgenehmigung durch die zuständige Behörde. Bei Verstoß muss die ANDRA 10 000 Euro Strafe pro gerodetes Ar zahlen. Sollte die ANDRA innerhalb von 6 Monaten keine Genehmigung eingeholt haben, muss sie die Schäden beseitigen und den Wald in seinem ursprünglichen Zustand versetzen.

Das Gericht schreibt eine Wiederbepflanzung, die Entfernung des Geotextils, des Kies und der Mauer auf der gerodeten Fläche vor. Die Renaturierung muss sich nach den Auflagen der Forstverordnung der Office National des Forêts (staatliche Fortstbehörde) für 2007- 2018 richten.

Ob Illegale Bauarbeiten, oder der Einsatz von Söldnern zur „Verteidigung“ der Mauer: die Manöver und Täuschungen der ANDRA um CIGÉO durchzusetzen stehen nun im Lichte der Öffentlichkeit. Der Gerichtsbeschluss bekräftigt die Begründetheit und Legitimität des Widerstandes von mehreren Hundert Menschen und der Einwohner*innen die sich schon seit Wochen den Bauarbeiten der ANDRA widersetzen.

Die Vereine, Einwohner*innen und CIGÉO-Gegner*innen freuen sich über die historische Entscheidung und werden sich nicht damit begnügen. Andere Klagen und Aktionen sind in Vorbereitung um den Wald zurückzuerobern und CIGÉO zu stoppen. Ein Widerstandswochenende mit einer großen Demonstration steht am 13. – 15. August 2016 an.

Nach der Räumung ist vor der Wiederbesetzung

Brutaler Polizeieinsatz im Frühtau im aus Protest Gegen ein atomares Endlager besetzten Wald von Mandres-en-Barrois. Die Besetzer*innen kommen wieder!

Die Hinweise verdichteten sich in den letzten Tagen, die Aktivist*innen, die den Wald von Mandres-en-Barrois gegen das Atommüll-Endlagerprojekt Namens CIGÉO in Bure seit nun über zwei Wochen besetzten, hatten um Unterstützung gebeten. Gerüchte zu Folge waren zum Beispiel die wenigen Hotels in der äußerst dünn bevölkerten Gegend plötzlich ausgebucht – wohl für die Unterkunft der für die heutige Räumung eingesetzten Gardes Mobiles (militärische Polizei).

Gegen eine Räumung sprach die laufende Auseinandersetzung um die am 28. Juni durch einen Gerichtsvollzieher im Wald zugestellten Räumungsverfügung der Bauherrin ANDRA (Nationale Agentur zur Entsorgung von Radioaktivität). Aktivist*innen und Einwohner*innen legten Widerspruch dagegen ein. Die Verhandlung über den Widerspruch hätte am gestrigen Tag verhandelt werden sollen, die ANDRA beantragte jedoch die Einräumung einer Frist um zum Vortrag der Anwält*innen der Besetzer*innen Stellung nehmen zu können. Die Verhandlung wurde auf den kommenden vertagt. Klagen von Vereine und Einwohner*innen gegen den illegalen Beginn der Bauarbeiten ( Waldrodungen ohne Rücksicht auf Faune und Flora, Beginn von Bauarbeiten ohne Baugenehmigung und vor Erlass des Gesetzes zu CIGÉO, Widerspruch gegen die Übergabe des Waldes an die ANDRA durch den unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagenden Gemeinderat ) , laufen ebenfalls vor dem Verwaltungsgericht. Eilig hat es die Justiz nicht, diese Klage zu behandeln.

Die ANDRA hat die Zeit gewonnen, die sie haben wollte, um Tatsachen zu schaffen. Eine riesige Polizeiarmada tauchte am frühen morgen im besetzten Wald von Mandres-en-Barrois.

Der polizeiliche Angriff erfolgte brutal ohne richtige Vorwarnung. Die Polizei setzte diverse Granaten und Flash-Ball – oder Flashball ähnliche – Gewehre gegen die Aktivist*innen ein (Infos zu den Waffen der französischen Polizei u.a. hier). Die gesamte Camp-Infrastruktur wurde beschlagnahmt. Es wurden am frühen Nachmittag eine verletzte Person und eine Ingewahrsamnahme gemeldet.

Die Aktivist*innen geben sich jedoch nicht geschlagen. Eine Besetzung fand zum ersten mal in 20 Jahren Widerstand gegen das geplante Endlager statt. Einzelaktivist*innen, Anwohner*innen und Vereine waren trotz unterschiedlicher Widerstands- und Politikultur mit im Boot – für viele Einwohner*innen der konservativ geprägten Region war der Schritt zur Besetzung und zum zivilen Ungehorsam eine Herausforderung. Der Widerstand ist dadurch gewachsen. Zahlreiche Vereine erklärten sich mit den Besetzer*innen solidarisch und protestieren nun gegen die Räumung öffentlich (Brief der Vereine auf Französisch)

Bure – Waldbesetzung gegen den atomaren Kahlschlag

Der Waldsparziergang gegen den atomaren Kahlschlag in Mandres-en-Barrois bei Bure (Lothringen, Meuse Département) an diesem 19. Juni 2016 endete mit der Neubesetzung des Waldes. Die ANDRA, Nationalagentur zur Entsorgung vom radioaktiven Atommüll, hatte – obwohl für das Endlagerprojekt noch keine Baugenehmigung vorliegt – am 6. Mai 2016 mit dem Kahlschlag für das atomare Endlagerprojekt Namens CIGÉO begonnen, Stacheldrahtzäune und eine Plattform zur Koordination der Waldarbeiten errichtet. CIGÉO steht für das „französische“ industrielle Tief-Endlager für hoch radioaktivem Müll. Es wird aber gemunkelt, dass hinter den Kulissen Atomindustrie und atom verfilzte Politiker*innen von einem internationalen Tieflager für hoch radioaktivem Atommüll träumen – günstig in Grenznähe gelegen -, um den Widerstand zu erschweren.
Einwohner*innen und Atomkraftgegner*innen verschafften sich mit diversen Spaziergängen einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörungen und riefen für den 19. Juni zu einer großen Waldwanderung mit Picknick aus. 250 Menschen trafen sich im Wald zusammen. Die errichteten Zäune wurden heruntergerissen, die Plattform der ANDRA zerstört und eine Widerstandshütte errichtet. Es folgte die Erklärung, der Wald sei nun besetzt. Die Besetzer*innen freuen sich über Unterstützung, sei es durch Besuche vor Ort, dezentrale Aktionen oder Solierklärungen. Sie kündigen unter dem Stichwort #ETE D’URGENCE und #OCCUPYLAMEUSE einen Sommer des Widerstandes in Bure an.

Die Polizei zeigte sich an diesem Widerstandssonntag zurückhaltend. Sie teilte mit, nicht eingreifen zu wollen, so lange keine Gewalt gegen Menschen angewendet werde – und empfahl zugleich den nervösen Securitys, die das Areal im Auftrag der ANDRA bewachen, das Weite zu suchen. Die Aktivist*innen nutzten die Gunst der Stunde für die Errichtung ihrer Widerstandshütte und einen „Barrikadenbau-Workshop“ im Wald. Kurz darauf waren kreisende Polizeihubschrauber im Himmel zu sehen. In einem auf der Homepage von vmc (informelle Gruppe, die das internationale antikapitalistisches antiautoritäres Antiatomcamp vom letzten Jahr auf die Beine stellte) veröffentlichten Aufruf wird zur Unterstützung des Widerstandes und der Besetzung aufgerufen. Ich habe den Aufruf übersetzt (siehe unter dem Kartenmaterial).

Bure und Mandres en Barrois liegen ca. 120 Km von der Deutschen Grenze entfernt

mandres-dland1

carte emplacement occupation
Karte von Mandres-en-Barrois mit dem Besetzungsort in rot

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„Bure, Aufruf zur Blockade und Besetzungen gegen den Beginn der Bauarbeiten für das Atommüllklo CIGÉO in diesem Sommer!

Heute, Sonntag den 19. Juni, haben wir den Gemeindewald von Mandres-en-Barrois vorübergehend von der Herrschaft der ANDRA und ihrem Atomklo CIGÉO befreit. Wir, widerständige Einwohner*innen aus der Gegend und von Weiterweg, Vereine, Bündnisse, erklären vor der neu eingerichteten Widerstandshütte am Ort der Waldzerstörung, den Wald für besetzt.

Barricade (Photo vmc)
Es ist ein neuer Schritt im Widerstand: Dem Beginn der Bauarbeiten setzen wir unsere Lebenslust und unsere hartnäckige Hoffnung entgegen. Wir wollen keine Schachtzone mit Tausenden von Tonnen von in Vergessenheit gelagerten Abfälle im Schoß der Erde: Wir werden diesen Wald, der uns allen gehört, körperlich verteidigen. Was sich hinter diesem Dickicht aus Hainbuche und Buche abspielt, ist das Symbol des Kampfes gegen die Arroganz und die Gewalt der ANDRA. Unser Wille wird sich unter den Kronenschlüssen der großen Eichen nicht betonieren lassen.

Im Jahr 2013 hat die ANDRA Millionen um sich geworfen und zahlreiche Arbeitsstellen versprochen, um den Wald in Beschlag zu nehmen: Anlässlich einer Befragung hat die Mehrheit der Einwohner*innen nein gesagt. Die Einwohner*innen sammeln Holz für ihre Heizung, gehen spazieren, jagen, pflücken. All das gehört zum Leben. Die Einwohner*innen haben nein gesagt, weil der Wald 300 Jahre Erinnerungen, Bräuche und Geheimnisse, die nicht ausgetauscht oder ausgeglichen werden, bedeutet. Dem Geldsegen bevorzugen wir Waldwege, den falschen Arbeitsstellenversprechen eine alte Eiche.

Im Sommer 2015 hat die ANDRA noch eins drauf gelegt. Um 6 Uhr morgens hat der Gemeinderat den Tausch des Waldes mit 7 gegen 4 Stimmen beschlossen. Es war dieses mal keine Scheindemokratie und keine „Befragung“, stattdessen standen 2 Securitys, die den Eingang zum Rathaus versperrten.
Seit nun fast einem Jahr versuchen die Einwohner*Innen ihren Wald mit öffentliche Debatten, Einsprüchen, Klagen vor dem Verwaltungsgericht gegen den Waldtausch zurück zu erobern und das Atommüllklo zu verhindern. Der Widerstand vor Ort ist wiedergeboren. Der Beginn der Bauarbeiten konnte jedoch nicht verhindert werden. Wir lassen uns nicht täuschen: das Projekt, das für den Staat und die Atomindustrie von großer strategischer Bedeutung ist, wird sich nicht nur durch Klagen vor Gericht begraben lassen.

#OCCUPYLAMEUSE

Wir besetzen heute diesen Wald um zu verhindern, dass Tatsachen geschaffen werden.
Wir besetzen den Wald weil wir das Krachen der Bäumen nicht ertragen können, weil der Nato-Stacheldraht und die paramilitärischen Securitys mit ihren großen Hunden uns nicht aufhalten werden. Wir besetzen den Wald um ihn nicht der todbringenden Atomindustrie zu überlassen.
Wir besetzen diesen Wald und den Beginn von CIGÉO der Bauarbeiten zu blockieren. Wir wissen dass nicht das Parlament, sondern das Kräftemessen vor Ort, das Voranschreiten des Atomklos stoppen wird. Ob Links oder Rechts, die Politiker*innen haben gegen das Projekt nichts einzuwenden, sie reden sogar davon, es handle sich um ein Bärendienst für die zukünftigen Generationen. Jetzt besetzen, heißt Herr der Lage über ein Projekt werden, dass schon seit 20 Jahren bekämpft wird. Es ist der Versuch, Sand im Getriebe eines ansonsten nicht greifbaren Gegners zu sein.
Wir besetzen diesen Wald gemeinsam mit unserer Lebenslust gegen die atomare Gesellschaft und ihre Welt aus Militarismus, Securitys, lächelnden Experten, Dosimeter und Ausbeutenden. Dort wo sie den Wald roden, bauen wir Hütten. Dort wo sie eine Wüste aus Einsamkeit und Resignation verbreiten, zeigen wir unsere Lust an das Zusammenleben und den Widertand.

préau Mandres en Barrois, Photo vmc

Jetzt, den ganzen Sommer, auf nach Bure um CIGÉO zu blockieren!

Im Untergrund unserer Hütte befinden sich 30 Jahre Kampf gegen die Kolonisation des Areals durch die ANDRA. Die Hütten von heute und morgen sind Komplizen unserer rebellischen Kartoffeln, die das Land der ANDRA besetzen, die Verbündeten der großen Märsche und die Kumpels der Zeltlager gegen CIGÉO und seine Welt.
Diese Besetzung darf nicht der Höhepunkt von zwei Wochen Aktionen sein, sondern der Startpunk eines entschlossenen Sommers. Unsere Hütte ist eine Einladung zu einem nicht endenden Picknick, ein neuer Ort der Begegnung gegen die ANDRA. Unsere Hütte ist ein Appel aus massivem Holz nach Bure zu kommen um den Widerstand zu unterstützen und mit allen notwendigen Mitteln die Zerstörung des Waldes und den Beginn der Bauarbeiten für CIGÉO zu verhindern.
Wir denken an Picknicks, direkte Aktionen, Demonstrationen. Wir stellen uns Blockaden, Wanderungen und dezentrale Aktionen vor.

Von den entrechteten Menschen bei den Uranminen von Arlit, über zu den Widerstandsblockaden in Nortre-Dame-der-Landes bis zu den Abgründen des Val de Suse und das Atiatomcamp von e Pyhajöki in Finnland, bilden wir eine Kette des Widerstandes gegen die, die über unser Leben herrschen wollen.

Wir lassen und nicht atomisieren, ANDRA haut ab!“

UPDATE 20.6. früh: die Aktivist*innen haben ihre erste Nacht im Wald hinter sich. Der ÜPolizeihubschrauber kreis herum, vor Ort wird in aller Ruhe gefrühstückt. Für 11 Uhr ist eine Pressekonferenz angesetzt. Infoticker auf Französisch: http://vmc.camp/fil-info/

Kontakt und Anlaufstelle für Unterstützer*innen:

Kontakt : sauvonslaforet[ät]riseup.net oder vmc[ät]riseup.net (fragt nach dem PGP Key, die haben eins) // 00 33 758654889

Anlaufstelle: Besetzung im Wald (Siehe Karte), Widerstandshaus in BURE (Bure Zone Libre) ; ehermaliger Bahnhof Luméville, das Gelände an der geplanten Castorstrecke wo das internationale Camp im vergangenen Jahr statt gefunden hat.

Weitere Informationen:

Dossier auf Deutsch über Bure

Sortir du nucléaire

VMC (Camp Orga vom letzten Sommer, es wird weiter über den Widerstand berichtet)